Nonverbale Kommunikation

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Nonverbale Kommunikation

Die nonverbale Kommunikation ist eine Form der Kommunikation, die nicht auf Informationsvermittlung über Sprache basiert. Die nonverbale Kommunikation gelingt über andere Kanäle und über Sinneswahrnehmungen wie Musik, Bilder, Geruch, Geschmack, aber auch Körpersprache und Gestik.
Vielen Lesern wird das Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ wohlbekannt sein. Doch was bedeutet das? Die zwischenmenschliche Kommunikation läuft auch auf nonverbaler Ebene ab. Das heißt, wir kommunizieren, teilen uns mit, auch wenn wir gerade schweigen. Denn unsere Körpersprache, Gesten und Mimik verraten uns immer, auch wenn wir das vielleicht nicht wollen. Damit ist die nonverbale Kommunikation die eigentliche Form der Kommunikation. Auch das Tierreich kennt die nonverbale Kommunikation.
Wir drücken uns aus über

  • Blickverhalten
  • Mimik oder Gesichtsausdruck
  • Körperbewegung und Körperhaltung bzw. Gestik
  • Berührungen
  • räumliche Distanz bzw. interpersonaler Raum
  • und Stimme mittels Tonfall, Sprechgeschwindigkeit, Pausen, Betonungen und ähnliches.

Zur nonverbalen Kommunikation gehören selbst Aspekte wie Kleidung, Schmuck, Frisur, Parfum oder Make-up, die vor allem auf der Beziehungsebene wirken.

Was der Kopf verrät

Zwei Geschäftsmänner unterhalten sich

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Ein Element nonverbaler Kommunikation ist auch die Kopfhaltung. Experten haben untersucht, welche Wirkung die Kopfhaltung beim Gesprächspartner hat. Demnach ermöglicht die Position des Kopfes im Verhältnis zum Körper eine unterschiedliche Interpretation des Gesichtsausdrucks. So kann eine Madonna eines Renaissance-Gemäldes sehr unterschiedlich auf den Betrachter wirken, abhängig vom Neigungswinkel des Kopfes. So kann sie in einem Fall bescheiden und anmutig wirken, im anderen Fall selbstsüchtig oder hochnäsig. Als Betrachter haben wir den Eindruck, der Gesichtsausdruck der Madonna würde sich verändern. Doch tatsächlich sind das Details der nonverbalen Kommunikation. Genau diese Details machen die nonverbale Kommunikation aus und entscheiden darüber, ob jemand sympathisch oder unsympathisch ist.

Einsatz nonverbaler Kommunikation

Leider gibt es keine allgemeingültigen Normen der nonverbalen Kommunikation, die helfen könnten einzuordnen, welche Körperhaltung, Gestik und Mimik was genau bedeutet. Dennoch gibt es ein paar Regeln zur nonverbalen Kommunikation. Wir wissen in der Regel, wie intensiv ein Blickkontakt sein darf, welche Distanz für ein förmliches Gespräch gilt und wann wir das Händeschütteln bei der Begrüßung beenden können. Außerdem haben die meisten Menschen ein untrügliches Gespür dafür, falls diese Spielregeln verletzt werden. Hier ist es hilfreich auf sich selbst und auf andere zu achten, wie nonverbale Kommunikation eingesetzt wird. Da überrascht es vielleicht, wie stark die Gesten ausfallen oder welche Mienen zu beobachten sind.

Eine Frage des Timings

Die nonverbale Kommunikation hat auch immer viel mit Timing zu tun. Vor allem professionelle und erfahrene Redner sowie Schauspieler können Gestik und Mimik gezielt einsetzen, um den Worten mehr Gewicht zu verleihen. Bei „Otto-Normal-Verbrauchern“ läuft die nonverbale Kommunikation automatisch neben der verbalen Kommunikation ab. Es ist daher ein bisschen Übungssache, damit die passende Geste nicht zu früh oder zu spät kommt und dadurch lächerlich wirkt.

Nonverbale Kommunikation und Nähe versus Distanz

Frau hält einen Vortrag

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Bei der Körpersprache oder nonverbalen Kommunikation spielt die Körperhaltung eine wichtige Rolle. Sie sollte in der Regel aufrecht und offen wirken. Wichtig ist aber auch der Unterschied zwischen Nähe und Distanz. Gerade im Beruflichen ist es eine Gratwanderung, hier richtig abzuschätzen, wann man die korrekte Distanz wahrt oder jemandem „auf die Pelle rückt“. Jeder Mensch hat hier seinen ganz individuellen Intimbereich, der nicht verletzt werden darf. Wer diese Nähe und Distanz richtig einschätzt, fühlt sich selbst wohl. Gleiches gilt natürlich für den Gesprächspartner. Experten unterscheiden hier in verschiedenen Bereichen.

  • Die Intimzone beträgt etwa 50 cm um eine Person. Dies gilt vor allem in Mitteleuropa. In diesen Bereich dürfen nur wenige, vertraute Personen eindringen.
  • Die persönliche Distanzzone ist der Rahmen, in dem wir persönliche Gespräche führen und uns nicht bedrängt fühlen. In Mitteleuropa liegt dieser Bereich etwa einen Meter bis 1,5 Meter im Umkreis einer Person. An den Seiten ist die persönliche Distanzzone etwas geringer.
  • Die öffentliche Distanzzone reicht von etwa 1,5 Meter bis 3 Meter nach vorne und hinten um eine Person. In diesem Bereich können wir andere Menschen wahrnehmen und entscheiden, ob die Person in die persönliche Distanzzone kommen darf oder nicht.

Besondere Distanzzonen gelten für hochrangige Persönlichkeiten. Hier gelten bestimmte protokollarische Regeln, etwa, wie weit man sich nähern darf oder der Person die Hand geben darf oder nicht. Es gibt also genaue Regeln, wann welche Distanzzonen gelten.
In diesem Bereich gibt es auch einige kulturelle Unterschiede. In Europa bzw. Mitteleuropa gelten in der Regel oben erwähnte Distanzzonen. In arabischen Ländern oder in Südamerika dagegen sind die Distanzzonen nicht so stark ausgeprägt und geringer. In Japan z.B. dagegen gelten weitere Distanzzonen. Gerade durch internationale Kontakte und Verflechtungen verlieren diese unterschiedlichen Distanzzonen der nonverbalen Kommunikation an Bedeutung und werden aufgeweicht. So ist immer häufiger als Form der nonverbalen Kommunikation die angedeutete Umarmung mit Wangenkuss zu sehen, die in Frankreich verbreitet ist.

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